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Gewinn je Aktie (EPS): Bedeutung, Berechnung und Grenzen

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Das EPS ist die meistzitierte Zahl in jeder Quartalsmeldung. Hier steht, wie sie entsteht, wo ihre Schwächen liegen und wie du sie für Dividenden nutzt.

Was das EPS ist

EPS steht für Earnings per Share, auf Deutsch Gewinn je Aktie. Es zeigt, wie viel vom Jahresgewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt.

Formel

EPS = Konzerngewinn nach Steuern ÷ durchschnittliche Zahl der Aktien

Beispiel

Ein Unternehmen verdient 2 Milliarden Euro und hat 500 Millionen Aktien. Das EPS beträgt 4 Euro. Zahlt es 2 Euro Dividende je Aktie, schüttet es die Hälfte des Gewinns aus.

Unverwässert und verwässert

Das unverwässerte EPS nutzt die tatsächlich ausgegebenen Aktien. Das verwässerte EPS rechnet ein, dass aus Aktienoptionen, Wandelanleihen oder Mitarbeiterprogrammen weitere Aktien entstehen können. Es fällt deshalb meist etwas niedriger aus und ist für Bewertungen der vorsichtigere Wert. Achte darauf, dass du bei Vergleichen immer die gleiche Variante nutzt.

Wofür du das EPS brauchst

Wie Rückkäufe das EPS beeinflussen

Kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück, sinkt die Aktienzahl. Bei gleichem Gewinn steigt das EPS. Das ist kein zusätzliches Geschäft, sondern Rechenarithmetik. Gut ist es trotzdem, wenn der Rückkauf zu vernünftigen Kursen aus freiem Cashflow bezahlt wird. Mehr dazu im Artikel Aktienrückkauf.

Grenzen der Kennzahl

  1. Der Gewinn ist nicht der Cashflow. Abschreibungen, Rückstellungen und Bilanzierungswahlrechte beeinflussen den Gewinn. Der Free Cashflow zeigt, was an Geld wirklich übrig bleibt.
  2. Einmaleffekte. Verkäufe, Abschreibungen oder Steuereffekte können ein EPS stark verzerren. Prüfe berichtetes und bereinigtes EPS nebeneinander.
  3. Branchenunterschiede. Bei REITs oder Banken sind andere Kennzahlen aussagekräftiger, siehe REITs bewerten und Banken bewerten.
  4. Währung und Aktienart. Bei Unternehmen mit mehreren Aktiengattungen oder ADRs gelten teils abweichende Bezugsgrößen.

Häufige Fragen

Was ist ein gutes EPS?

Eine absolute Zahl sagt wenig. Aussagekräftig sind Entwicklung über mehrere Jahre, der Vergleich mit Wettbewerbern und das Verhältnis zur Dividende.

Was bedeutet TTM-EPS?

TTM heißt Trailing Twelve Months, also die Summe der letzten vier Quartale. Sie glättet saisonale Schwankungen.

Warum weicht das EPS in verschiedenen Quellen ab?

Quellen nutzen berichtete oder bereinigte Gewinne, verwässerte oder unverwässerte Aktienzahlen und unterschiedliche Zeiträume. Vergleiche deshalb nur Zahlen derselben Definition.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.