Quartalszahlen

Vertex hebt die Jahresprognose an: Casgevy und Journavx legen zu, die Übernahme drückt den Gewinn
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Vertex steigert den Umsatz im dritten Quartal 2026 auf 3,4 Milliarden US-Dollar und hebt die Prognose an. Der Gewinn nach US-GAAP sinkt wegen Kosten der Crinetics-Übernahme.
Vertex Pharmaceuticals hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar erzielt, 12 Prozent mehr als vor einem Jahr (3,1 Milliarden). Das Unternehmen hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Der Gewinn nach US-Bilanzregeln ist dagegen deutlich gesunken, weil die Übernahme von Crinetics rund 500 Millionen US-Dollar an Einmalkosten verursacht hat.
Kurz gesagt (drittes Quartal 2026)
Kern: Das Geschäft mit Mukoviszidose-Medikamenten trägt weiter fast den gesamten Umsatz, die neuen Produkte wachsen von kleiner Basis.
- Umsatz: 3,4 Mrd. US-Dollar (+12 %), davon 3,3 Mrd. aus dem Mukoviszidose-Geschäft
- Gewinn je Aktie: bereinigt 4,76 US-Dollar (Vorjahr 4,80), nach US-GAAP 2,56 US-Dollar (Vorjahr 4,20)
- Prognose 2026: Umsatz 13,15 bis 13,3 Mrd. US-Dollar (vorher 13,1 bis 13,2 Mrd.)
- Kasse: 9,8 Mrd. US-Dollar (Jahresende 2025: 12,3 Mrd.)
Wo das Wachstum herkommt
Das Mukoviszidose-Geschäft (englisch: Cystic Fibrosis, CF) brachte 3,3 Milliarden US-Dollar ein. Davon entfielen 2,4 Milliarden auf Trikafta, 706 Millionen auf den Nachfolger Alyftrek und 131 Millionen auf übrige CF-Produkte. Das sind rund 95 Prozent des Konzernumsatzes. Außerhalb der USA wuchs Vertex mit 16 Prozent schneller als in den USA (10 Prozent).
Die neueren Produkte legen zu, sind aber noch klein:
- Casgevy, die Gentherapie gegen Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie, setzte 99 Millionen US-Dollar um, nach 17 Millionen im Vorjahresquartal. Vertex entwickelt sie gemeinsam mit CRISPR Therapeutics.
- Journavx, ein Schmerzmittel ohne Opioide, kam auf 58 Millionen US-Dollar nach 20 Millionen.
- Palsonify steuerte erstmals 10 Millionen US-Dollar bei. Das Produkt kam mit der Übernahme von Crinetics ins Haus, die im September abgeschlossen wurde.
Für Casgevy und Journavx zusammen erwartet Vertex im Gesamtjahr unverändert mindestens 500 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal waren es zusammen 157 Millionen.
Warum der Gewinn trotzdem sinkt
Der bereinigte Gewinn je Aktie liegt mit 4,76 US-Dollar fast auf Vorjahresniveau. Nach US-GAAP fiel er von 4,20 auf 2,56 US-Dollar, der Nettogewinn betrug 654 Millionen US-Dollar. Vertex nennt als Hauptgrund rund 500 Millionen US-Dollar an Vergütungs- und Transaktionskosten im Zusammenhang mit Crinetics. Solche Posten fallen einmalig an. Die laufenden Ausgaben steigen aber ebenfalls: Für Forschung, Entwicklung und Vertrieb plant Vertex 2026 bereinigt rund 6,0 Milliarden US-Dollar, vorher waren es 5,65 bis 5,8 Milliarden.
Kasse sinkt, Rückkäufe laufen weiter
Vertex hat Ende September 9,8 Milliarden US-Dollar an Zahlungsmitteln und Wertpapieren, Ende 2025 waren es 12,3 Milliarden. Für die Crinetics-Übernahme und Aktienrückkäufe flossen zusammen rund 9,0 Milliarden US-Dollar ab. Ein Teil davon wurde durch einen Kredit über 4,5 Milliarden US-Dollar und den laufenden Cashflow ausgeglichen. Die Zahl der Aktien sank seit Jahresende nur leicht, von 254,0 auf 253,5 Millionen. Wie viel Vertex für Rückkäufe ausgegeben hat, nennt die Meldung nicht. Eine Dividende zahlt das Unternehmen nicht.
Was als Nächstes ansteht
Am wichtigsten ist der 30. November 2026: Dann will die US-Arzneimittelbehörde FDA über die beschleunigte Zulassung von Povetacicept gegen die Nierenerkrankung IgA-Nephropathie entscheiden. Weitere Daten kommen 2027, etwa zu Suzetrigine bei Nervenschmerzen durch Diabetes (Mitte 2027) und zu Inaxaplin bei einer weiteren Nierenerkrankung (Anfang 2027).
Einordnung
Vertex verdient sein Geld weiter fast allein mit Mukoviszidose. Das ist ein stabiles, aber wenig breites Fundament. Die neuen Produkte und die Übernahme sollen das ändern, kosten aber zunächst Geld und lassen die Kasse schrumpfen. Die angehobene Prognose zeigt, dass das Kerngeschäft derzeit stärker läuft als geplant.
Quelle: Vertex Pharmaceuticals, Pressemitteilung zum dritten Quartal 2026 (2. November 2026).
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.