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Eigenkapitalrendite (ROE) und ROIC: Wie profitabel arbeitet ein Unternehmen?

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Zwei Unternehmen verdienen je 100 Millionen Euro. Das eine braucht dafür 500 Millionen Euro Kapital, das andere 2 Milliarden. Welches ist die bessere Dividendenaktie? Die Antwort liefern ROE und ROIC.

Eigenkapitalrendite (ROE)

Die Eigenkapitalrendite (return on equity, ROE) misst, wie viel Gewinn ein Unternehmen mit dem Geld seiner Aktionäre erwirtschaftet.

ROE (%) = Jahresüberschuss ÷ durchschnittliches Eigenkapital × 100

BeispielEin Unternehmen verdient 100 Mio. € bei 800 Mio. € Eigenkapital. ROE = 12,5 %. Je Euro Eigenkapital entstehen gut 12 Cent Gewinn.

Dauerhaft hohe ROE-Werte deuten auf ein starkes Geschäftsmodell hin: Marken, Marktstellung, Preissetzungsmacht. Solche Unternehmen können Gewinne zu hohen Renditen reinvestieren und Dividenden steigern, ohne neues Kapital zu brauchen. Diese Verbindung beschreibt der Artikel zum Dividendenwachstum.

Die DuPont-Zerlegung: Woher kommt der ROE?

Der ROE lässt sich in drei Faktoren zerlegen:

ROE = Nettomarge × Kapitalumschlag × Eigenkapitalhebel

Gleiche Zahl, anderes RisikoZwei Unternehmen mit je 20 % ROE. Unternehmen A: Marge 20 %, Umsatzumschlag 0,8, Hebel 1,25. Unternehmen B: Marge 4 %, Umsatzumschlag 1,0, Hebel 5,0. Beide zeigen dieselbe Zahl, aber A verdient sein Geld im Geschäft, B über geliehenes Kapital. Fällt der Gewinn, trifft es B ungleich härter.

Wann der ROE täuscht

ROIC: die robustere Alternative

Der return on invested capital (ROIC) misst den Ertrag auf das gesamte eingesetzte Kapital, Eigen- und Fremdkapital zusammen. Er ist damit weniger anfällig für Finanzierungstricks.

ROIC (%) = operativer Gewinn nach Steuern (NOPAT) ÷ investiertes Kapital × 100

NOPAT ist der operative Gewinn (EBIT) abzüglich der Steuern, die darauf anfielen, so als hätte das Unternehmen keine Schulden. Investiertes Kapital ist grob Eigenkapital plus verzinsliche Schulden minus überschüssige Barmittel.

BeispielEBIT 150 Mio. €, Steuersatz 25 %: NOPAT = 112,5 Mio. €. Investiertes Kapital: 1.000 Mio. €. ROIC = 11,25 %.

Entscheidend ist der Vergleich mit den Kapitalkosten (WACC), also dem, was Eigen- und Fremdkapitalgeber mindestens erwarten, meist grob 7 bis 10 %. Liegt der ROIC dauerhaft darüber, schafft das Unternehmen Wert, und Wachstum macht die Aktionäre reicher. Liegt er darunter, vernichtet Wachstum Wert. Dann ist eine hohe Ausschüttung manchmal sogar die bessere Wahl als Reinvestition.

Was das für Dividendeninvestoren bedeutet

Im kannst du Gewinn und Eigenkapital über mehrere Jahre vergleichen und so die Entwicklung der Rendite nachverfolgen. Kombiniere sie mit Free Cashflow und Verschuldung.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Eigenkapitalrendite?

Viele Anleger sehen dauerhaft 10 bis 15 Prozent oder mehr als solide an. Entscheidend ist, dass sie nicht durch hohe Schulden oder Einmaleffekte entsteht und im Branchenvergleich besteht.

Was ist der Unterschied zwischen ROE und ROIC?

Der ROE bezieht den Gewinn nur auf das Eigenkapital. Der ROIC bezieht den operativen Gewinn auf Eigen- und Fremdkapital zusammen und ist damit weniger von der Finanzierung abhängig.

Warum ist ein hoher ROE nicht immer gut?

Er kann durch hohe Verschuldung, Aktienrückkäufe oder Einmalgewinne entstehen. Dann spiegelt er höheres Risiko wider, nicht bessere Geschäfte.

Wie hängen ROIC und Dividenden zusammen?

Ein hoher und stabiler ROIC erlaubt es, Gewinne rentabel zu reinvestieren und trotzdem Dividenden zu steigern. Fällt er unter die Kapitalkosten, wird Wachstum unrentabel.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.