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Dividenden versteuern: Abgeltungsteuer, Freibetrag und Quellensteuer

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2026

Von jeder Dividende geht ein Teil an das Finanzamt. Hier erfährst du, wie die Besteuerung in Deutschland grundsätzlich funktioniert und was bei ausländischen Aktien dazukommt.

Stand der Angaben: Oktober 2026. Steuerregeln können sich ändern. Für deine persönliche Situation hilft dir eine Steuerberatung oder das Finanzamt.

Abgeltungsteuer auf Dividenden

Dividenden zählen zu den Kapitalerträgen. Darauf werden 25 % Abgeltungsteuer fällig. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer. Zusammen sind das 26,375 %. Wer Kirchensteuer zahlt, hat einen etwas höheren Satz, der je nach Bundesland bei rund 27,8 % bis 28,0 % liegt.

Deine Bank oder dein Broker führt die Steuer in der Regel automatisch an das Finanzamt ab. Bei Kapitalerträgen aus Deutschland ist die Steuer damit meist abgegolten.

Beispiel Du erhältst 500 € Dividende und hast keinen Freibetrag mehr übrig. Die Steuer beträgt 500 × 26,375 % = 131,88 €. Netto erhältst du 368,12 €.

Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag

Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Er liegt seit 2023 bei 1.000 € pro Jahr für Alleinstehende und 2.000 € für zusammenveranlagte Ehepaare. Damit die Bank keine Steuer abzieht, brauchst du einen Freistellungsauftrag. Hast du mehrere Konten oder Depots, verteilst du den Betrag auf die Institute. Die Summe darf den Pauschbetrag nicht übersteigen.

Ausländische Quellensteuer

Viele Länder behalten schon bei der Ausschüttung eine Quellensteuer ein. Für Dividenden aus den USA sind es in der Regel 15 %, wenn ein gültiges Formular W-8BEN vorliegt. Ohne Formular können es 30 % sein. Die meisten Broker erledigen das beim Depotstart. Andere Länder haben andere Sätze, teils mit Möglichkeit zur Rückerstattung.

Die Quellensteuer wird bis zu einer bestimmten Höhe auf die deutsche Steuer angerechnet. Bei einer US-Dividende ist die 15 %-Quellensteuer damit Teil deiner gesamten Steuerlast und kommt nicht obendrauf. Ohne Freibetrag liegt die Gesamtbelastung bei 26,375 %.

Beispiel: US-Aktie Brutto-Dividende 100 €. In den USA werden 15 € einbehalten. Die deutsche Steuer von 26,375 € wird um die anrechenbaren 15 € gekürzt, es werden also noch 11,375 € abgeführt. Insgesamt zahlst du 26,375 €, netto bleiben 73,625 €. Ist dein Sparer-Pauschbetrag noch frei, entfällt die deutsche Steuer, die 15 € US-Quellensteuer bleiben aber in der Regel bestehen.

Einfluss auf die Rendite

Die Dividendenrendite wird brutto angegeben. Für die Planung lohnt sich ein Blick auf die Netto-Zahl, zum Beispiel im Dividendenrendite-Rechner oder im Dividenden-Zinseszins-Rechner. Beide rechnen mit einem Steuersatz, den du selbst einstellen kannst.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden in Deutschland?

Die Abgeltungsteuer beträgt 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer, zusammen 26,375 %. Bei Kirchensteuerpflicht liegt der Satz etwas höher.

Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag?

Er beträgt 1.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 2.000 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare. Um ihn bei der Bank zu nutzen, brauchst du einen Freistellungsauftrag.

Was ist die Quellensteuer auf US-Dividenden?

Auf Dividenden von US-Unternehmen werden mit gültigem Formular W-8BEN in der Regel 15 % Quellensteuer einbehalten. Sie wird bis zu einer bestimmten Höhe auf die deutsche Steuer angerechnet.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.