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Depot eröffnen: Worauf Einsteiger achten sollten

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Ohne Depot kein Aktienkauf. Die Eröffnung dauert meist eine Viertelstunde, die Wahl des Anbieters verdient aber etwas mehr Zeit, weil Kosten und Funktionen stark abweichen.

Was ein Depot ist

Ein Wertpapierdepot ist das Konto, in dem deine Aktien, ETFs und Fonds verwahrt werden. Es gehört zu einem Verrechnungskonto, über das Käufe, Verkäufe, Dividenden und Gebühren laufen. Die Wertpapiere selbst sind in der Regel Sondervermögen: Sie gehören dir und fallen bei einer Pleite des Anbieters nicht in dessen Insolvenzmasse. Für das Geld auf dem Verrechnungskonto gelten die Regeln der Einlagensicherung, die je nach Anbieter verschieden sind.

Drei Arten von Anbietern

Welcher Anbieter passt, hängt davon ab, was du kaufen willst. Wer nur monatlich einen ETF besparen will, braucht etwas anderes als jemand, der Einzelaktien aus den USA und Europa handelt.

Auf diese Kosten solltest du achten

  1. Ordergebühr: Was kostet ein Kauf oder Verkauf? Gibt es einen Mindestbetrag oder eine Prozentgebühr?
  2. Depotführung: Viele Anbieter verlangen nichts, manche zahlen eine jährliche Gebühr.
  3. Sparplan: Bei Sparplänen sind viele ETFs gebührenfrei, bei Aktien fallen oft Kosten an.
  4. Handelsplatz und Spread: Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs ist ein versteckter Kostenpunkt, besonders bei Handel außerhalb der Börse.
  5. Fremdspesen: Bei Börsenplätzen im Ausland können zusätzliche Entgelte anfallen.
  6. Weitere Posten: Kosten für Auslandsüberweisungen, Steuerbescheinigungen oder Inaktivität stehen im Preisverzeichnis.

Ein Preisverzeichnis ist unromantisch, aber es lohnt sich: Bei kleinen Beträgen können feste Mindestgebühren die Rendite spürbar drücken.

So läuft die Eröffnung ab

  1. Online-Antrag mit persönlichen Daten und Steuer-Identifikationsnummer ausfüllen.
  2. Identität prüfen lassen, meist per Videoident oder PostIdent.
  3. Verrechnungskonto verknüpfen, in der Regel ein Girokonto bei einer anderen Bank.
  4. Freistellungsauftrag erteilen. Damit bleiben Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Die Höhe und alle Regeln stehen im Artikel zur Dividendenbesteuerung.
  5. Ersten Betrag einzahlen und eine Order aufgeben oder einen Sparplan einrichten.

Wer US-Aktien kaufen will, sollte außerdem nach dem Formular W-8BEN fragen. Es wirkt auf die Quellensteuer aus den USA.

Sparplan oder Einmalkauf?

Ein Sparplan kauft regelmäßig zu einem festen Betrag, etwa jeden Monat. Du musst keinen Kurs treffen, und Schwankungen gleichen sich über die Zeit teilweise aus. Ein Einmalkauf ist sinnvoll, wenn du eine größere Summe hast und bewusst einsteigen willst. Beides lässt sich kombinieren.

Typische Anfängerfehler

Häufige Fragen

Kann ich mehrere Depots haben?

Ja. Viele Anleger haben zwei Anbieter, etwa einen für den Sparplan und einen für Einzelaktien. Der Freistellungsauftrag lässt sich auf mehrere Banken aufteilen, die Summe darf den Sparer-Pauschbetrag nicht übersteigen.

Was kostet eine Depoteröffnung?

Die Eröffnung selbst ist meist kostenlos. Entscheidend sind die laufenden Kosten, die du im Preisverzeichnis findest.

Kann ich mein Depot später wechseln?

Ja. Ein Depotübertrag ist möglich und meist kostenlos oder günstig. Bei Verkäufen können Steuern fällig werden, ein Übertrag ohne Verkauf nicht.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.