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PEG Ratio: Das KGV im Verhältnis zum Wachstum

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Ein KGV von 30 klingt teuer, ein KGV von 12 günstig. Doch was, wenn das teure Unternehmen dreimal so schnell wächst? Die PEG Ratio versucht, diese Lücke zu schließen.

Was die PEG Ratio misst

Die PEG Ratio (price/earnings-to-growth) teilt das KGV durch das erwartete jährliche Gewinnwachstum in Prozent. Bekannt gemacht hat sie der amerikanische Fondsmanager Peter Lynch. Seine Idee: Ein Unternehmen, dessen Gewinn schneller wächst als sein KGV hoch ist, ist ein attraktiver Kauf.

PEG = KGV ÷ erwartetes Gewinnwachstum pro Jahr (in %)

BeispielAktie A hat ein KGV von 24 und soll ihren Gewinn um 12 % pro Jahr steigern: PEG = 24 ÷ 12 = 2,0. Aktie B hat ein KGV von 15 bei 5 % Wachstum: PEG = 3,0. Aktie C hat ein KGV von 12 bei 15 % Wachstum: PEG = 0,8. Auf den ersten Blick ist B günstiger als A. Setzt man das Wachstum dazu, ist B die teuerste der drei.

Die Faustregel und ihre Grenzen

Als grobe Orientierung gilt: Ein PEG von etwa 1 bedeutet, dass Bewertung und Wachstum zusammenpassen. Deutlich darunter wirkt die Aktie günstig, deutlich darüber teuer. Das ist eine Daumenregel, kein Naturgesetz. Sie taugt, um Kandidaten zu sortieren, nicht um Kaufentscheidungen zu begründen.

Die Schwächen sind offensichtlich, wenn man die Formel auseinandernimmt:

PEGY: die Variante für Dividendenaktien

Für Aktien, die einen großen Teil ihres Ertrags als Dividende ausschütten, benachteiligt das klassische PEG. Ein Versorger mit 3 % Wachstum und 5 % Dividendenrendite sieht schlecht aus, obwohl der Anleger insgesamt gut bezahlt wird. Deshalb gibt es die Erweiterung PEGY, die die Dividendenrendite zum Wachstum addiert:

PEGY = KGV ÷ (Gewinnwachstum in % + Dividendenrendite in %)

Zwei SichtweisenAktie A: KGV 24, Wachstum 12 %, Dividendenrendite 2 %. PEG = 2,0. PEGY = 24 ÷ (12 + 2) = 1,7. Ein Versorger mit KGV 14, Wachstum 3 % und Rendite 5 %: PEG = 4,7, aber PEGY = 14 ÷ 8 = 1,75. Mit PEGY liegen beide Aktien auf demselben Niveau, mit PEG scheint der Versorger dreimal so teuer zu sein.

So setzt du die PEG Ratio sinnvoll ein

  1. Vergleiche nur innerhalb einer Branche. Versorger gegen Versorger, Softwarefirma gegen Softwarefirma.
  2. Rechne mit mehreren Wachstumsannahmen. Eine konservative, eine mittlere, eine optimistische. Wenn die Aktie nur im optimistischen Fall günstig ist, steht sie auf wackligen Beinen.
  3. Prüfe, woher das Wachstum kommt. Umsatz, Marge, Rückkäufe? Ein Blick in die Entwicklung von Umsatz und Gewinn im zeigt, ob das Wachstum der Vergangenheit mit den Prognosen mithalten kann.
  4. Kombiniere mit Free Cashflow und Verschuldung. Wachstum, das nur auf Pump entsteht, ist kein Qualitätsmerkmal.

Für dividendenorientierte Anleger ist die PEG(Y) vor allem ein Filter, der teure Wachstumsgeschichten von gut bezahlten Dividendenwerten trennt. Wer langfristig Dividendenwachstum sucht, findet im Artikel zum Dividendenwachstum den passenden Gegenpart.

Häufige Fragen

Was ist eine gute PEG Ratio?

Als Faustregel gilt ein Wert um 1 als ausgewogen, deutlich darunter als günstig und deutlich darüber als teuer. Das hängt stark von der Qualität der Wachstumsschätzung und der Branche ab.

Welches Wachstum gehört in die PEG-Formel?

Meist das erwartete jährliche Gewinnwachstum der nächsten drei bis fünf Jahre laut Analystenschätzungen. Wichtig ist, bei Vergleichen dieselbe Definition zu verwenden.

Warum gibt es die PEGY?

Weil das klassische PEG Aktien mit hoher Dividende benachteiligt. Die PEGY addiert die Dividendenrendite zum Wachstum und bewertet damit den gesamten erwarteten Ertrag.

Wann ist die PEG Ratio nicht aussagekräftig?

Bei Unternehmen mit sehr niedrigem, negativem oder stark schwankendem Gewinnwachstum, bei Zyklikern und bei Firmen, deren Wachstum auf Einmaleffekten beruht.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.